Krippenverein Kufstein

                 Gegründet 1920

_________________________________________________________________________________________

 

 

 

 

 

1920 – Gründung des Verein durch 3 angesehene Kufsteiner Bürger

 

Bäckermeister Wilhelm Köhl

                 Bildhauer Josef Kronthaler (III)             

Richter Dr. Erich Vill

 

 

 

Der weitum bekannte und engagierte Heimatkundler Oberschulrat Ludwig Weinold (1901 - 1985) bekleidete zwar nie die Funktion des Obmanns, war aber als „ewiger“ Schriftführer ein unermüdlicher Motor und ein wichtiges Fundament im Verein.

 

Pionierarbeit auf dem Gebiet des Schulkrippenbaues leistete, beginnend vor rund 50 Jahren, der Hauptschullehrer und spätere Bezirksschulinspektor Fritz Böck (1920 - 2016). Er war auch viele Jahre Obmann des Vereins und später auch Ehrenobmann

 

Nach Fritz Böck übernahm Franz Aufschnaiter fast 20 Jahre sein Amt als Obmann. Ihm wurde bei der Generalversammlung 2018 die Ehrenobmannschaft verliehen.

 

Seit Jänner 2017 ist Elisabeth Fischer seine Nachfolgerin.

 

Entsprechend dem damals viel größeren Einzugsgebiet der Kufsteiner Hauptschule strahlte der Krippenbau weit über die Grenzen der Stadt hinaus und verbreitete sich auch in den Gemeinden der Umgebung spür- und sichtbar die Krippenbegeisterung. So freut sich der Kufsteiner Verein seit langem über beste Krippenkontakte zu den umliegenden Vereinen.

 

Zahlreiche Weihnachtskrippen in Kufsteiner Familien entstanden in den regelmäßig stattfindenden Baukursen des Vereins. Die Krippenwerkstatt liegt am Fuße des Festungsbergs, also im historischen Zentrum der Stadt, neben der Festungsbahn und dem Spieltisch der Heldenorgel.

 

Alle drei Jahre – unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen öffnet der Rathaussaal in Kufstein seine Tore zur Krippenausstellung. Der erfreulich rege Besuch, sowie die Verweildauer der Besucher zeigen, dass die Menschen nach dem Weihnachtsfest wesentlich mehr Zeit und Muße mitbringen als im hektischen Advent.

 

Geschichte zur Krippentradition in Kufstein

 

Besondere Bedeutung für die Krippe haben drei Mitglieder der Kufsteiner Familie Kronthaler. „Die Kronthaler“ schnitzten über drei Generationen Krippenfiguren. Josef Kronthaler I (1819 – 1905) erhielt seine Ausbildung an der Münchner Akademie und schnitzte ganz im Stil der Nazarener. Seine Krippenfiguren sind voller Ehrfurcht. Nach seinen Modellen schnitzten sein Sohn Josef Kronthaler II (1849 – 1933) und sein Enkel Josef Kronthaler III (1896 – 1983). Quellennachweis: (Erich Egg – Herlinde Menardi, Das Tiroler Krippenbuch, Innsbruck 1985).

 

Kronthaler-Kastenkrippen stehen in der Pfarrkirche St. Martin im Kufsteiner Stadtteil Zell und in der Loretto-Kapelle in Sparchen, eine große Kirchenkrippe ist im benachbarten Unterlangkampfen zu sehen. In der Vorkapelle zur Dreifaltigkeitskirche (neben der Kufsteiner Stadtpfarrkirche) wird um Weihnachten die „Königskrippe“ aufgestellt, mit Figuren der drei oben genannten Kronthaler.

 

Einen besonderen Schatz sakraler Kunst besitzt die Stadtpfarrkirche St. Vitus in ihrer berühmten Relief-Weihnachtskrippe. Die Darstellung des heiligen Geschehens war ursprünglich wohl Teil eines spätgotischen Flügelaltars (um 1520 entstanden) und wurde später in einen heimatlichen Stall mit abgewalmtem Satteldach eingebaut. Die beiden seitlichen Hirten und der Gloria-Engel sind Zutaten des 18. Jh. (nach Dr. J. Ringler). In der Krippenliteratur vergangener Tage wurde sie wiederholt als die älteste Krippe Tirols bezeichnet.

 

Bei Alt und Jung beliebt ist die große, ganzjährig aufgestellte Weihnachtskrippe oberhalb der Gnadenkapelle der Burgruine Thierberg bei Kufstein. Zur Thierberger Muttergottes kann man nur zu Fuß gelangen, und nach dem Gebet steigt man eine enge Wendeltreppe in ein oberes Stockwerk hinauf, denn ein Besuch der Krippe ist für viele ein fixer „Bestandteil“ jeder Thierberg-Wallfahrt (orientalische Krippenlandschaft mit bekleideten Figuren, Köpfe geschnitzt, einige aus Wachs. Die Figuren zeigen deutliche Parallelen zu altbayerischen Krippen. Hintergrund neu).